Vitamin E wird auch oft als "Schutzvitamin"
bezeichnet, denn es bewahrt unsere Körperzellen - auch die Hautzellen - vor
dem Angriff der so genannten "freien Radikale", die durch Rauchen,
Alkoholgenuss, Stress, Medikamente und zu langes Sonnenbaden entstehen.
Diese Aggressoren sind mitverantwortlich dafür, dass Körperzellen altern und
sich Falten bilden. Die freien Radikale zerstören nämlich Kollagen und
Elastin unsrer Haut. Bei Kollagen handelt es sic h um Protein-Fasern, die
als Stützsubstanz fungieren und der Haut Festigkeit
verleihen. Kollagen unterliegt einem natürlichen Regenerationsprozess.
Ältere Kollagenfasern werden durch neue ersetzt. Elastin ist ein wichtiges
Protein des Bindegewebes - es bewahrt Elastizität und Geschmeidigkeit der
Haut.
Freie Radikale bewirken auch, dass die Lipide unserer Hornhaut (äußerste
Schicht der Haut) oxidieren. Die Lipide in der Hornhautschicht, die zwischen
den Hornzellen lagern, wie Mörtel zwischen Backsteinen, sind von zentraler
Bedeutung für die Speicherung von Feuchtigkeit, also auch für die Fähigkeit
der Haut, Wasser zu binden. Sie bilden doppelte Lipid-Membranen, zwischen
denen das Wasser gespeichert wird:

Die Oxidation dieser Lipid-Membranen führt zu Altersflecken und -Pigmenten.
Die radikalen Sauerstoffmoleküle oxidieren deren Fettstrukturen, wodurch die
Membran zerstört wird und schließlich die Zellen zu Grunde gehen.
Da alle Zellen des Körpers, auch die Lymphozyten, von dieser Oxidation
betroffen sein können, ist es kein Wunder, dass das Immunsystem schwächer
wird. Der Angriff auf die Fettpartikel des LDL-Cholesterins führt zu einer
Ansammlung von Monozyten und Makorphagen (Fresszellen) in den Arterienwänden.
Sie „fressen“ die durch die Oxidation zerstörten Fettsäuren und werden immer
umfangreicher. Es entstehen die so genannten Schaumzellen, die sich
schließlich als arteriosklerotische Plaque an den Innenwänden der Blutgefäße
ablagern
und diese allmählich verstopfen. Natürlich besitzt unser Körper eigene
Schutzmechanismen, die solche Prozesse ankämpfen. Vitamin E kann dem dabei
helfen, indem er dieser Oxidation entgegenwirkt. Das eigentliche
Schönheitsvitamin E erhöht das Feuchthaltevermögen der Haut, macht sie glatt
und geschmeidig und verfeinert das Hautrelief.
Die Bezeichnung Lecithin stammt aus dem Griechischen und bedeutet Eigelb.
Lecithin enthält einen hohen Anteil (ca. 60 %) an mehrfach ungesättigten
Fettsäuren. Die Funktionen sind vor allem ihr Vorkommen in den Zellmembranen
aller Körperzellen, deren Struktur und Funktion durch Lecithin unterstützt
wird. Als Bestandteil des Myelins, das wie eine Schutzschicht die
Nervenfasern umgibt (Bild s. A04), ist besonders im Gehirn ein hoher
Lecithingehalt zu finden (bis zu 28 %, je nach Intelligenzquotient).
Lecithin unterstützt Gedächtnis und
Hirnleistung. Beim Verdauungsvorgang verkleinert und dispergiert Lecithin
auf mechanischem Wege Öltropfen in Millionen winziger Tröpfchen, so dass
Fettsäuren sowie fettlösliche Vitamine besser aufgenommen und verwertet
werden. Eine wichtige Rolle spielt Lecithin auch im Leberstoffwechsel von
Fetten.
Lecithin scheint in Kombination mit Vitamin E antioxidativ zu wirken und
damit den Alterungsprozess zu verzögern. Lecithin schützt die Leber und
verringert die Giftigkeit von Arzneimitteln und Umweltgiften. Des Weiteren
verbessert Lecithin die Fließeigenschaften des Blutes.
Körperliche und geistige Beanspruchung können einen höheren Lecithinbedarf
verursachen. Mangelzustände können bei hohem Alkoholkonsum auftreten, aber
auch bei einer schlechten Versorgung mit Folsäure, evt. verursacht durch
Medikamente (Antibiotika, Aspirin, die Pille), sowie bei einer
Unterversorgung mit Vitamin B12.